„Jemand lässt mein Kind an!“ – Der Schrei der Sarah K. und der Skandal, der Deutschland entrüstet

Von Markus Lehmann, Güstrow, 26. November 2025
„Jemand lässt mein Kind an!“ Dieser verzweifelte Schrei der 32-jährigen Sarah K. hallt noch heute durch die Gänge der Polizeiwache in Güstrow. Es war der 12. Oktober 2025, der zweite Tag nach dem spurlosen Verschwinden ihres achtjährigen Sohnes Fabian.
Sarah, eine alleinerziehende Friseurin mit zerbrechlicher Statur und Augen, die vor lauter Tränen verschwommen sind, stürmte in die Polizeistation. „Ich rieche es, ich fühle es! Jemand verbrennt ihn, bitte, sucht am Upahlsee!“, flehte sie die Beamten an.
Doch statt sofortige Suchtrupps zu schicken, notierten die Polizisten ihre Aussage routiniert und schickten sie nach Hause. Vier Tage später – 96 wertvolle Stunden später – fand man die verkohlte Leiche des Jungen am Ufer des Kleinen Upahlsees.
Die Flammen hatten fast alles zerstört: DNA-Spuren, Fasern, sogar die Chance auf schnelle Gerechtigkeit. Nun räumt die Staatsanwältin einen fatalen Fehler ein.
Und wenige Minuten später fielen acht Worte, die ganz Deutschland in Rage versetzten: „Wir haben alles Erdenkliche getan.“ Ein Satz, der wie ein Schlag ins Gesicht wirkt und eine Welle der Empörung auslöst.
Ist das Justizversagen oder Fahrlässigkeit? Der Fall Fabian, der ohnehin als der grausamste Mord des Jahres gilt, eskaliert nun zu einem Skandal, der das Vertrauen in die Behörden erschüttert.

Der Albtraum begann harmlos, wie so oft in Kleinstädten wie Güstrow. Fabian, ein goldener Junge mit Sommersprossen und einer Leidenschaft für Fußball, winkte seiner Mutter am Freitagabend, dem 10. Oktober, zum Abschied zu. Er wollte nur kurz zum Spielplatz, 200 Meter von zu Hause entfernt.
„Bis gleich, Mama!“, rief er lachend. Doch er kam nie zurück. Sarah K. bemerkte es um 19 Uhr, als das Abendessen kalt wurde. Panik ergriff sie. Sie alarmierte Nachbarn, durchkämmte Straßen und Wälder. Um 22 Uhr lag die erste Vermisstenanzeige vor.
„Mein Fabian ist weg, er würde nie weglaufen!“, schluchzte sie den Beamten vor. Die Polizei startete eine Standard-Suche: Vermisstenplakate, Social-Media-Aufrufe, Hunde-Einsätze. Doch Sarahs Instinkt schrie lauter. Sie kannte ihren Sohn: Er liebte den Upahlsee, einen versteckten Tümpel in den Wäldern bei Klein Upahl, 15 Kilometer südlich. Dort picknickten sie oft.
„Er würde dorthin gehen, wenn er traurig ist“, sagte sie.
Am 11. Oktober, Tag zwei, eskalierte es. Sarahs Telefon piepste unaufhörlich: Gerüchte in der Nachbarschaft von einem seltsamen Rauchgeruch aus dem Wald. „Ich habe es gerochen, diesen stechenden Benzingeruch!“, berichtet sie heute in einem Exklusivinterview mit unserer Redaktion. „Es war wie Feuer, das Fleisch verbrennt.
Ich wusste, es ist Fabian!“ Sie stürmte zur Polizei, schrie ihren Satz: „Jemand lässt mein Kind an!“ Die Beamten, überlastet mit Routinefällen, wiegten den Kopf. „Frau K., das sind nur Ihre Ängste. Wir haben Drohnen im Einsatz, alles unter Kontrolle“, soll ein Kommissar geantwortet haben. Kein Team zum See geschickt.
Stattdessen: Warten auf Zeugen. Sarah fuhr selbst hin, tastete mit einer Taschenlampe im Dunkeln umher, rief sich heiser. „Ich habe gegraben, mit bloßen Händen. Aber es war zu dunkel, zu nass.“
Tag drei, der 12. Oktober: Der Rauchgeruch wurde stärker, meldeten Spaziergänger. Sarahs Anruf bei der Hotline: „Bitte, der See! Es brennt da draußen!“ Wieder: „Wir prüfen das.“ Keine Eile. Die Polizei priorisierte andere Hinweise – falsche Sichtungen in Rostock, ein Streit mit dem Vater Tom L., der in Scheidung lebte.
Tatsächlich hatte Tom eine stürmische Beziehung mit Gina H., der 29-jährigen Reiterin aus Reimershagen, die Fabian als „Tante Gina“ kannte. Die Trennung im August war hässlich: Eifersucht, Droh-SMS. Gina galt als Zeugin, hatte Fabian oft betreut. Doch Sarahs Bauchgefühl warnte: „Sie hat ihn zu sehr geliebt, besessen.
Nach der Trennung hat sie gedroht, alles zu zerstören.“
Am 14. Oktober, Tag vier, brach die Hölle los. Gina H. selbst, auf Spaziergang mit ihrem Hund, „entdeckte“ die Leiche. „Ich habe geschrien, es war grauenhaft!“, sagte sie später. Die verkohlte Hülle: Fabian, erdrosselt, dann angezündet. Pathologen: Der Brand dauerte Stunden, Benzin als Brandbeschleuniger.
Hätte man früher gesucht, wäre der Junge vielleicht gerettet – oder Spuren erhalten. Stattdessen: Zerstörung. Die Festnahme von Gina am 6. November bestätigte Verdachtsmomente: Handy-Daten platzierten sie am See, Fasern passten, und ihr Vorfall mit dem Pferdekadaver Tiffy 2024 – Benzin im Garten – wirkte wie ein Muster.

Die Pressekonferenz am 25. November in Schwerin war ein Fiasko. Staatsanwältin Dr. Lena Berger, eine erfahrene Juristin mit grauen Strähnen, räumte ein: „Wir gestehen einen fatalen Fehler. Die Hinweise von Frau K. wurden nicht priorisiert. 96 Stunden – das ist unverzeihlich.
Ressourcenmangel, Fehleinschätzung: Wir haben versagt.“ Tränen in den Augen, die Stimme brüchig. Die Journalisten hielten den Atem an. Applaus? Nein, Stille. Dann die Frage: „Was sagen Sie der Mutter?“ Berger zögerte, holte Luft. Und dann fielen sie: „Wir haben alles Erdenkliche getan.“ Acht Worte, die explodierten. Empörung brandete auf.
„Alles Erdenkliche? Und mein Kind verbrannte?“, schrie eine Reporterin. Social Media explodierte: #PolizeiVersagen, #FabianGerufen, Hashtags mit Fabians Foto. Politiker fordern Rücktritte, der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern versprach eine Untersuchung. „Das ist ein Skandal, der Vertrauen zerstört“, sagte Grünen-Abgeordnete Anna Meier.
Sarah K. sitzt nun in ihrer kleinen Wohnung in Güstrow, umgeben von Fabians Spielzeug. „Vier Tage. Vier Tage, in denen er vielleicht noch gelebt hat. Stattdessen rieche ich heute noch den Rauch in meinen Träumen.“ Sie klagt die Polizei, sucht Gerechtigkeit.
Tom L., der Vater, ist ein Wrack: „Gina hat ihn gehasst, nach der Trennung. Und die Polizei? Sie haben uns im Stich gelassen.“ Ginas Anwalt, Dr. Felix Ohm, kontert: „Meine Mandantin ist unschuldig. Der Haftbefehl bröckelt.
Und der Polizei-Fehler? Das schwächt die Ermittlungen weiter.“ Tatsächlich: Experten wie Kriminalist Axel Petermann zweifeln an Beweisen. „Handy-Daten sind manipulierbar, Fasern unspezifisch. Der Zeugenaufruf jetzt zeigt: Sie fischen.“
Deutschland kocht. In Güstrow marschieren Tausende mit Transparenten: „Hört die Mütter! Kein Kind mehr verbrennen!“ Kerzen am Upahlsee, Plüschtiere vor der Polizeiwache. Europol prüft Brandmuster, Interpol sucht Parallelen. Der Prozess gegen Gina startet im Januar 2026, doch der wahre Angeklagte ist das System.
Sarahs Schrei war kein Wahn – er war Prophetie. 96 Stunden Versäumnis, ein Satz, der alles kaputtmacht. Fabian, der kleine Engel mit dem Lachen wie Glocken, zahlt den Preis. Wann hört die Justiz endlich zu?